
Das Pfarrblatt Nr. 205 aus dem Jahr 1998 stand ganz im Zeichen des Abschieds von Sr. Maria Larcher.
Sr. Maria wurde am 13. August 1936 in Feichten im Tiroler Kaunertal als siebtes von 14 Kindern geboren. Schon mit zwölf Jahren ging Maria als Kindsmagd zu einem Bauern. Damals kam bei ihr sowohl der Wunsch nach einer großen Familie als auch jener, in die Mission zu gehen, auf.
Nachdem der Ruf zu einem geistlichen Leben nach dem 16. Lebensjahr stärker wurde, traf sie im Sommer 1954 die Entscheidung, in den Orden der Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf in Gaißau einzutreten, wo schon ihre um sechs Jahre ältere Schwester Mathilde war. Am 1. September trat sie ein, es folgten zwei Jahre für das Postulat und Noviziat, ehe sie 1956 die zeitliche Profess ablegte. 1959 legte sie die ewigen Gelübde ab und war noch gut sieben Jahre im Theresienheim Rheineck als Altenpflegerin tätig. Sie verspürte dann den Wunsch, lieber in der Pastoral zu arbeiten und begann 1966 die Ausbildung zur Pastoralassistentin in Wien. Im zweiten Ausbildungsjahr kam sie zu einem zweimonatigen Praktikum erstmals nach Göfis, da Pfarrer Schwarzmann beim Orden um eine Pfarrhelferin und Gemeindekrankenschwester angesucht hatte.
Am 1. September 1969 trat sie ihren Dienst als Pfarrhelferin in Göfis an, gemeinsam mit ihrer Schwester Veronika, die hier für vier Jahre als Krankenschwester wirkte. In Göfis erteilte sie Religionsunterricht, gab Flötenstunden, machte die Erstkommunionvorbereitung, die Einschulung der Ministranten, Lektoren und Kommunionhelfer und arbeitete in verschiedenen Arbeitskreisen mit. Weiters sorgte sie für den Kirchenschmuck und die nötigen Blumen im Garten des Frühmesserhauses, das nun Schwesternhaus genannt wurde. Pfarrer Eduard Schwarzmann erteilte ihr auch den Auftrag, die Bücherei wieder aufzubauen, was sie mit großer Begeisterung tat. Mit 60 Jahren beendete sie 1996 die Unterrichtstätigkeit, zumal auch in der Kirche mehr Arbeit anfiel, weil die Mesnerin Irma Morscher erkrankt war. 1998 kam die Zeit, an eine neue Aufgabe zu denken, weil der Orden die Niederlassung in Göfis wegen Nachwuchsmangels aufgeben musste.
Nach knapp 30 Jahren verließ sie am 2. November 1998 das Schwesternhaus um 6.00 Uhr früh mit wehmütigem Herzen, weil sie in der Pfarre und Gemeinde – die sie als ihre große Familie empfand – sehr verwurzelt war. Dann arbeitete sie knapp acht Jahre im Gästeheim St. Gallenkirch und ab 2006 im Bernardaheim in Maria Ebene. Im April 2011 übersiedelte sie wieder in ihr geliebtes Kloster Gaißau, wo sie die Leitung übernahm und 2016 bei guter Gesundheit ihren 80. Geburtstag und ihr diamantenes Professjubiläum feiern durfte.
Am 13. November 2024 wurde Sr. Maria in Gaißau von Gott in die ewige Freude heimgeholt. Nach der Totenwache am 19. November 2024 in der Heimkapelle wurde sie am 20. November 2024 beim Auferstehungsgottesdienst in der Pfarrkirche Gaißau von dieser Welt verabschiedet und ihre Urne beigesetzt. In der Parte wird sie mit folgenden Worten gewürdigt: „Ihre Schaffensfreude und Einsatzbereitschaft, ihre Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, ihr Wohlwollen, ihre Freundlichkeit und tiefe Gottverbundenheit bleiben in unserer Erinnerung lebendig.“
Das Pfarrblatt Nr. 205 aus dem Jahr 1998 stand ganz im Zeichen des Abschieds von Sr. Maria Larcher.
Rudi Malin:
Still und stets im Hintergrund, sich selbst nicht wichtig nehmend und dennoch präsent, kritisch und immer den Menschen im Mittelpunkt sehend
Sr. Maria Larcher (geb. 1936) verstarb am 13. November 2024. Sie war von 1969 bis 1998 als Pfarrschwester in der Pfarre Göfis tätig. Als junge Pfarrschwester, ganz neu in Göfis, erhielt sie im Jahr 1969 den Auftrag, die seit einigen Jahren geschlossene Bücherei in einem kleinen Raum im Untergeschoss des Vereinshauses wieder neu zu öffnen. Sie startete mit dieser für sie komplett neuen Tätigkeit mit geringen finanziellen Mitteln, aber mit enormem Engagement und Fleiß. Kinder, Frauen und Familien lagen ihr besonders am Herzen und so schaffte sie ein abwechslungsreiches Angebot an guten Büchern in der kleinen Bücherei. Den Kindern sollte das Lesen Freude bereiten und den Erwachsenen stand nebst Unterhaltung und Ausgleich auch umfangreiche Ratgeberliteratur besonders aus dem pädagogischen Bereich zur Verfügung. Natürlich hatte auch religiöse Literatur einen fixen Platz in der Bücherei. Mit ihrer stets freundlichen Art und wer sie kannte, wird sich an ihr wunderbares herzliches Lachen erinnern, das ihr dann meist die Röte ins Gesicht trieb, was ihr dann etwas unangenehm war.
Ihr zur Seite stand ein kleines ehrenamtliches Team von Mitarbeiter:innen, die sie über viele Jahre unterstützte und in Freundschaft verband. Sie leitete die Bücherei über 20 Jahre bis ins Jahr 1990 und begleitete im Jahr 1977 die Übersiedlung der Bücherei in die Unterkirche und 1986 in das Haus Büttels 3.
Meine Erinnerungen an Sr. Maria gehen bis in die erste Klasse Volksschule zurück, sie war meine Religionslehrerin, dann hat sie uns zur Erstkommunion begleitet. Als Hauptschüler durfte ich sie dann in der Bücherei unterstützen bis hin zum Zivildienst in der Pfarre, da war sie quasi die Einsatzleiterin, das war eine sehr spannende und intensive Zeit. Die Zusammenarbeit war immer sehr fein und besonders wertschätzend, ein verschmitztes Lächeln war immer dabei. Beeindruckt hat mich immer, wie sie mit ihrer einfachen und ehrlichen Art den Zugang zu ganz vielen Menschen gefunden hat und so in zahlreichen Gesprächen sicherlich viel Hilfestellungen leisten konnte.
Ihr großartiges Engagement, ihre Begeisterung und ihre Fürsorge für Kinder und Familien haben sie ausgezeichnet. Das freundschaftliche und herzliche Miteinander war und ist bis heute für mich prägend!
Ingeborg Gort:
Sr. Maria war ein liebenswerter Mensch mit vielen Talenten, die sie für ihre Mitmenschen eingesetzt hat. In all den Jahren in Göfis, in denen ich mit ihr zusammenarbeiten durfte, erlebte ich sie als einen aufgeschlossenen Menschen. Für alle Sorgen und Nöte hatte sie ein offenes Ohr und Herz und eigenen Kummer und Sorge trug sie mit großem Gottvertrauen. Auch in ihren anderen Wirkungsorten durfte ich mit ihr verbunden bleiben, und dafür bin ich sehr dankbar. Vielen Menschen wird sie in liebevoller Erinnerung bleiben. Nun möge sie in Gottes Liebe geborgen sein.
Elmar Simma:
Sr. Maria war alle 13 Jahre, die ich in Göfis Pfarrer sein durfte, eine ganz wichtige und wertvolle Hilfe: als Religionslehrerin, Büchereileiterin, Flötenlehrerin, Gottesdienstgestalterin, Kirchenschmückerin und anderes mehr. Wie viele tausende Kerzen hat sie für die Osternacht gegossen! Wie viele Schulmessen haben wir miteinander gefeiert! Sie war einfach das „Mädchen für alles“. Die Zusammenarbeit mit ihr war immer konfliktfrei und sehr angenehm. Sie war stets offen für neue Ideen und pfarrliche Initiativen. Noch im Nachhinein möchte ich ihr für alle konstruktive und wertvolle Hilfe Vergelts Gott sagen.
Erika und Josef Kofler:
Wir durften mit Sr. Maria fast zwölf Jahre ein wertvolles Miteinander erleben, etwa bei Bibelgesprächen oder Friedensgebete und Friedenswege. In lieber Erinnerung bleibt sie uns als ehemaliges Mitglied im Arbeitskreis Mission-Solidarität. Viele gemeinsame, gute fröhliche, ernste, manchmal auch traurige Zeit, konnten wir mit ihr verbringen. Besonders gerne denken wir an das gemeinsame Arbeiten bei unseren Aktionen. Gerne half sie beim "kränzla", damals noch bei Familie Schöch im Stein. Sie hatte große Freude beim Anbringen der Kerzen und "Mäschili", wie sie immer liebevoll sagte. Dankbar erinnern wir uns daran, dass wir Sr. Maria einige Jahre auf dem Weg begleiten durften.
Barbara Nägele:
Meine ersten Gehversuche auf der Blockflöte habe ich bei Sr. Maria im Schwesternhaus in der Stube gemacht. Ich erinnere mich noch lebhaft an eine große Gruppe von Kindern, die mit ihren Instrumenten rund um den Tisch gesessen sind und lautstark unter ihrer Anleitung das ganze Haus zum Klingen gebracht haben. Sie war es dann auch, die mein Talent erkannt hatte und meinen Eltern geraten hatte, Einzelunterricht auf diesem Instrument zu besuchen. Nach Ihrer Pensionierung hat sie mir einige ihrer Blockflötenbüchlein geschenkt, die ich bis heute in meinem Notenschrank aufbewahre.
Rainer Nägele:
Meine Erinnerungen an Sr. Maria sind nur höchst positiver Natur. Sie hat mit ihrer unverwechselbaren Art meine Kindheit und Jugend geprägt. Egal ob in der Kirche, in der Volksschule, als musikalische Leiterin beim Kinderchor, in der Bücherei, bei diversen sozialen Aktionen etc. – immer war Sr. Maria ein Sonnenstrahl. Ihre Lebensfreude und ihr Gottvertrauen waren ansteckend. Das Wohl anderer war ihr wichtiger als das eigene. Solidarität, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und konkretes Tun und Handeln konnte ich von ihr lernen. Sr. Maria, genieße die himmlische Ruhe und – DANKE!