von DI Sonja Entner
Im Anschluss an die 1. Sanierungsetappe der Sebastianskapelle im Jahr 2022/23, bei der die Wandfresken des hl. Rochus und hl. Sebastians sowie Pilgerinschriften freigelegt wurden, konnten nun in diesem Jahr die Fassaden- und Turmsanierungsarbeiten durchgeführt werden sowie auch die Instandsetzung der historischen unter Denkmalschutz stehenden Natursteinmauer.
Die stark veralgte Putzfassade wurde in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und dem Bauamt der Diözese gereinigt, stellenweise ausgebessert und mehrlagig mit Kalkfarbe gestrichen. Die Dacheindeckungen wurden noch als gut befunden, nur das Holz des sogenannten Kaiserstiels musste erneuert werden, damit das Kreuz samt Turmkugel und Wetterfahne wieder mit festem Halt auf der Turmspitze sitzt. Am Saum des Turmdaches wurde eine neue Kupferrinne samt Ablaufrohr angebracht. Die Schallöffnungen wurden mit neuen Lärchenholzläden geschlossen, die für die unter Schutz stehenden Fledermäuse geeignete Einflugschlitze aufweisen, jedoch gleichzeitig Tauben abhalten.
Bei der für die Restaurierung notwendigen Demontage des Kreuzes und der Kugel wurde die Kugel geöffnet und es konnten drei von den jeweiligen Pfarrern handgeschriebene Schriftstücke entnommen werden, die sich witterungsgeschützt in einer Metallkapsel befanden. Die Schriftstücke aus dem Jahr 1739, 1841 und 1905 beschreiben die in ihrer Zeit stattgefundenen Sanierungsarbeiten. Aus dem Jahr 1905 stammen die Münzbeilagen und ein Exemplar des Feldkircher Wochenblattes.
Am 18. August 2024 wurden feierlich nach dem Sonntagsgottesdienst bei der Agape auf der Sebastianswiese die historischen Schriftstücke durch einen aktuellen Sanierungsbericht ergänzt und zusammen in eine angefertigte Kupferhülse verwahrt, dicht verlötet und in die neu vergoldete Kugel gelegt. Nach der Segnung und Dank der Pfarre Göfis an alle Mitwirkenden, Spender und finanziellen Förderer insbesondere der Gemeinde Göfis, der Diözese, des Bundesdenkmalamtes und der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg wurde das Kreuz mit Wetterfahne und Kugel samt Inhalt mit Hilfe eines Mobilkrans wieder auf die Turmspitze montiert.